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Air Berlin: erste Kündigungen an Mitarbeiter versendet – wie geht es weiter?

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Während einige Hundert Mitarbeiter vor dem Bundeskanzleramt am vergangenen Mittwoch in Berlin protestierten, versendet Air Berlin nun die ersten Kündigungen an die Mitarbeiter.

Das Schicksal der rund 8000 Arbeitsplätze ist bislang noch immer ungeklärt. Zwar beteuerte Frank Kebekus, Generalbevollmächtigter von Air Berlin, die Übernahme von ca. 70 bis 80 Prozent. Die Bundesagentur geht jedoch allerdings davon aus, dass sich 4000 Mitarbeiter arbeitslos melden werden.
Zu undurchsichtig sind die Absichten und Übernahmeerklärungen der Lufthansa, welche einen Großteil der Flugzeuge übernimmt. Da wird teilweise von 3000 neuen Mitarbeitern gesprochen, dann nun doch nur 1700 und die Möglichkeit einer Bewerbung für weitere 1300. Erst Recht offen bleibt, unter welchen Bedingungen die Letzteren neu beschäftigt werden sollen. So wird befürchtet, dass die Air Berlin Mitarbeiter, die sich neu auf eine Stelle bewerben müssen, mit deutlich geringeren Löhnen rechnen müssen, als sie vormals von Air Berlin erhalten. Dies ergibt sich schon daraus, dass Eurowings in Österreich ansässig ist und sich daher nicht an die Tarifverträge des Mutterkonzerns Lufthansa in Deutschland halten muss. Zuletzt wurden der österreichischen Tochter schlechte Arbeitsbedingungen, Dumpinglöhne und Tarifflucht vorgeworfen. Auch warnten bereits Eurowings-Mitarbeiter in einem offenen Brief vor den schlechten Konditionen.

Rund 3500 Air Berlin Mitarbeiter sind seit 01. November ohne Gehalt freigestellt. Unklar ist, wie viele Angestellte tatsächlich übernommen und wie viel tausende Mitarbeiter nach der Freistellung durch Kündigung arbeitslos werden. Fest steht, dass zwischenzeitlich die ersten Kündigungen der insolventen Airline verschickt wurden.
Sofern Air Berlin jedoch nicht sämtlichen Mitarbeitern kündigt, muss man sich nach den sog. Grundsätzen der Sozialauswahl richten, um so von mehreren vergleichbaren Kündigungskandidaten zuerst diejenigen zu entlassen, die am wenigsten schutzwürdig sind. In der Regel handelt es sich dabei um solche Mitarbeiter, die zuletzt eingestellt wurden, am jüngsten sind und die geringsten Unterhaltspflichten zu tragen haben. Der kündigende Arbeitgeber ist dadurch verpflichtet, die Arbeitnehmer untereinander zu vergleichen. Kriterien wie die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Lebensalter, die Unterhaltspflichten und etwaige körperliche oder geistige Einschränkungen sind von erheblicher Bedeutung und werden meist anhand eines Punktesystems bewertet.
Aufgrund dessen, dass nicht alle Arbeitnehmer absolut vergleichbar sind, kommt es jedoch regelmäßig vor, dass dem Arbeitgeber beim Vergleich verschiedener Arbeitnehmer Fehler unterlaufen und sich die Sozialauswahl nach anwaltlicher oder gerichtlicher Überprüfung als fehlerhaft darstellt.

Kündigungsschutzklage innerhalb von drei Wochen: Wer seine Kündigung von Air Berlin erhalten hat, sollte deshalb umgehend die Beratung durch einen Arbeitsrechtsexperten aufsuchen, am besten einen auf Kündigungsschutzrecht spezialisierten Fachanwalt für Arbeitsrecht. Innerhalb von drei Wochen muss die Kündigungsschutzklage erhoben werden.

Beratung auch bei Angeboten für Aufhebungsverträge und Abfindungen: Anstatt sich von teureren, unter sozialen Aspekten jedoch schutzwürdigeren Mitarbeitern per Kündigung zu verabschieden, bieten Arbeitgeber oft Auflösungsverträge und Abfindungen an. Doch seien Sie vorsichtig: oftmals hören sich Abfindungen des Arbeitgebers reizvoller an, als sie tatsächlich sind. Vielfach drohen erhebliche Nachteile, etwa durch eine Sperrzeit bei der Bundesagentur für Arbeit, die die versprochenen Vorteile wieder ausgleichen.

Im Rahmen einer kostenlosen und unverbindlichen Erstberatung klären wir Sie gerne über Ihre Rechte und Möglichkeiten auf.

Hier finden Sie als Arbeitnehmer alle Informationen zum Thema Kündigungsschutzklage: www.kuendigungsschutzklage-anwalt.de. Hier finden Sie als Arbeitnehmer alle Informationen zum Thema Kündigung, Aufhebungsvertrag und sonstige Beendigung des Arbeitsverhältnisses: www.kuendigungen-anwalt.de.

23.11.2017

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