Fachanwalt Arbeitsrecht ++ Essen ++ Arbeitsrecht Rechtsanwalt Essen ++ Arbeitsrecht Anwalt Essen ++ Rechtsanwälte ++ Anwaltskanzlei Essen

Arbeit auf Abruf – was bedeutet das und was sollten Arbeitnehmer beachten?

Fachanwalt + Arbeitsrecht ++ Essen

Ein Interview von Rechtsanwalt und Arbeitgeber Jochen Resch mit Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck.

Rechtsanwalt Jochen Resch:
Arbeit auf Abruf – was bedeutet das?

Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck: Arbeit auf Abruf oder auch Abrufarbeit nennt man Arbeit, die der Arbeitnehmer auf jeweiligen Bedarf und Zuruf des Arbeitgebers erbringt. Der Arbeitnehmer weiß also im Vorhinein nicht, wann er welche Menge an Arbeit, also welche Stunden leisten muss.

Rechtsanwalt Jochen Resch: Davon sind doch häufig Teilzeitarbeitskräfte betroffen, oder?

Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck: Genau. Deswegen findet sich die entscheidende gesetzliche Regelung auch im Teilzeit- und Befristungsgesetz, genauer in § 12 TzBfG.

Rechtsanwalt Jochen Resch: Es gibt also gesetzliche Beschränkungen.

Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck: Gemäß § 12 TzBfG muss ein Arbeitsvertrag eine bestimmte Mindestdauer der wöchentlichen Arbeitszeit und der täglichen Arbeitszeit festlegen. Fehlt eine solche Vereinbarung, gilt eine wöchentliche Arbeitszeit von 10 Stunden als vereinbart.

Rechtsanwalt Jochen Resch: Und wenn die tägliche Arbeitszeit nicht festgelegt ist?

Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck: Dann muss der Arbeitgeber kraft Gesetzes die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers täglich mindestens drei Stunden hintereinander abrufen.

Rechtsanwalt Jochen Resch: Wann muss der Arbeitgeber den Dienstbeginn denn spätestens mitteilen?

Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck: Es gibt eine gesetzliche Ankündigungsfrist von mindestens vier Tagen im Voraus.

Rechtsanwalt Jochen Resch: Darf man von diesen Regelungen in einem schriftlichen Arbeitsvertrag abweichen?

Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck: Wahrscheinlich ja, genau geklärt ist das nicht.

Rechtsanwalt Jochen Resch: Ist man grundsätzlich zur Abrufarbeit verpflichtet?

Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck: Nur wenn dies im Arbeitsvertrag ausdrücklich vereinbart ist. Ich würde aber empfehlen, auch wenn keine Vereinbarung ersichtlich ist, nicht einfach die Arbeit zu verweigern. Möglicherweise hat man etwas übersehen. Wenn man unberechtigterweise die Arbeit verweigert, kann das den Arbeitgeber zu einer Abmahnung oder sogar einer Kündigung berechtigen. Deshalb im Zweifel besser von einem Experten prüfen lassen, ob eine Verpflichtung zur Arbeit besteht.

21.10.2016

Wo finden Sie weitere Informationen zum Thema Kündigung und Aufhebungsvertrag. Hier finden Sie als Arbeitnehmer alle Informationen zum Thema Kündigungsschutzklage: www.kuendigungsschutzklage-anwalt.de. Hier finden Sie als Arbeitnehmer alle Informationen zum Thema Kündigung, Aufhebungsvertrag und sonstige Beendigung des Arbeitsverhältnisses: www.kuendigungen-anwalt.de.

Was wir für Sie tun können. Wir vertreten Arbeitnehmer und Arbeitgeber deutschlandweit im Zusammenhang mit dem Abschluss von arbeitsrechtlichen Aufhebungsverträge, Abwicklungsverträgen und dem Ausspruch von Kündigungen.

Wer wir sind. Die Rechtsanwälte und Fachanwälte für Arbeitsrecht Volker Dineiger und Alexander Bredereck sind seit vielen Jahren schwerpunktmäßig im Bereich Kündigungsschutz tätig. Gemeinsam haben sie das Handbuchs Arbeitsrecht der Stiftung Warentest verfasst. Auf dem YouTube-Kanal Fernsehanwalt werden ständig aktuelle Rechtsprobleme aus dem Alltag vorgestellt und dazu praxisnahe Lösungen präsentiert.

Videos und weiterführende Informationen mit Praxistipps zu allen aktuellen Rechtsfragen finden Sie unter: www.fernsehanwalt.com