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Wie viel kostet eine Kündigungsschutzklage?

Der gekündigte Arbeitnehmer muss immer folgendes bedenken: Anders als vor anderen Gerichten, findet vor dem Arbeitsgericht eine Erstattung der eigenen Anwaltskosten nicht statt. In den Verfahren erster Instanz vor dem Arbeitsgericht zahlt jede Seite seine außergerichtlichen Kosten selbst. Was auf den ersten Blick für den Arbeitnehmer etwas ernüchternd wirken mag, ist in Wahrheit eine Arbeitnehmerschutzvorschrift. Der Arbeitnehmer hat bei einer Klage vor dem Arbeitsgericht deshalb (in der ersten Instanz) niemals das Risiko, die Kosten der Gegenseite übernehmen zu müssen. Die Kosten der Kündigungsschutzklage sind vor den Arbeitsgerichten deshalb – bis auf die beim Arbeitsgericht überschaubaren Gerichtskosten – ausschließlich auf die eigenen Anwaltsgebühren beschränkt.

Die Kosten einer Kündigungsschutzklage hängen vom Streitwert ab. Der Streitwert wird bei Kündigungsschutzklagen berechnet nach dem Einkommen des Arbeitnehmers und zwar nach dem dreifachen Betrag des Bruttomonatslohns des gekündigten Arbeitnehmers.

Der gerichtliche Streitwert bestimmt gemäß einer gesetzlich festgelegten Gebührentabelle die anwaltliche Gebühr für das Kündigungsschutzverfahren.

Rechenbeispiel:

  • Bei einem Bruttomonatsgehalt des Arbeitnehmers von 2000 € ist der Streitwert einer Kündigungsschutzklage 6000 €. Nach der Gebührentabelle berechnet der Rechtsanwalt bzw. Fachanwalt für Arbeitsrecht für den Kündigungsschutzprozesses Anwaltsgebühren von 1005,55 € (inklusive 19 % MwSt.). Bei einem Bruttomonatsgehalt von 4000 € ist der Streitwert 12.000 € und die Kosten des Anwalts nach der Gebührentabelle 1588,65 €.

  • Die Arbeitsgerichtsbarkeit erhebt den Gerichtskostensatz von zwei Gebühren. Nach den oben genannten Streitwerten würden folgende Gerichtskosten bei einer Kündigungsschutzklage entstehen: Bei einem Streitwert von 6000 € sind die Gerichtskosten des Arbeitsgerichts bei einer Kündigungsschutzklage 272 €. Bei einem Streitwert von 12.000 € betragen die Gerichtskosten 392 €.

  • Das gesamte Kostenrisiko einer Kündigungsschutzklage beläuft sich daher für einen Arbeitnehmer, der z.B. zuletzt ein Bruttomonatsgehalt von 2000 € hatte auf insgesamt 1397,55 € und bei einem Arbeitnehmer, der zuletzt ein Bruttomonatsgehalt von 4000 € hatte, auf insgesamt 1980,65 €.

  • Sollten das Arbeitsgericht Zeugen vernehmen, sind diese Kosten (Reisekosten des Zeugen etc.) von der unterlegenen Seite zu zahlen.

  • Sollten die Parteien den Kündigungsschutzprozess durch einen Vergleich beenden, erhöhen sich hierdurch die Anwaltsgebühren. Die Gerichtskosten entfallen in dem Fall jedoch.

 

Arbeitnehmer stellen mir zu den Kosten einer Kündigungsschutzklage häufig folgende Fragen:

  • Ich bin weder rechtsschutzversichert, noch werde ich wohl Prozesskostenhilfe erhalten. Rechnet sich eine Kündigungsschutzklage dann für mich überhaupt noch?

Fachanwalt für Arbeitsrecht Bredereck: Während meiner langjährigen Tätigkeit als Fachanwalt für Arbeitsrecht habe ich folgendes festgestellt: In Betrieben mit mehr als zehn Mitarbeitern lohnt sich die Einlegung einer Kündigungsschutzklage für den Arbeitnehmer nach Erhalt einer Kündigung fast immer. Führen Sie ganz einfach folgende Rechnung durch: Errechnen Sie nach dem obigen Rechenbeispiel die ungefähren Kosten einer Kündigungsschutzklage. Setzen Sie diese gegen eine in aller Regel vom Arbeitgeber für die Beendigung des Rechtsstreits zu zahlende Abfindung. Diese beträgt bei länger andauernden Arbeitsverhältnissen mindestens 0,5 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr im Betrieb.

Bei kurzen Beschäftigungsverhältnissen (1-3 Jahre Betriebszugehörigkeit) einen Arbeitnehmer durch eine Kündigungsschutzklage regelmäßig auch eine Abfindung in Höhe von ein bis zwei Bruttomonatsgehältern pro Beschäftigungsjahr erreichen. Der gekündigte Arbeitnehmer kann im Vorfeld einer Kündigungsschutzklage also ziemlich genau ausrechnen, ob sich die Investitionen in einem Rechtsanwalt bzw. Fachanwalt für Arbeitsrecht lohnt. Man muss ganz klar sagen: Für die allermeisten gekündigten Arbeitnehmer lohnt sich die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts bzw. Fachanwalt für Arbeitsrecht.

  • Kann ich mich auch selbst mit meinem Arbeitgeber auf eine Abfindungssumme einigen?

Fachanwalt für Arbeitsrecht Bredereck: Auch hier kann ich aus meiner jahrelangen Erfahrung als Fachanwalt für Arbeitsrecht nur sagen, dass der Arbeitnehmer gegen die strukturelle Übermacht des Arbeitgebers bei eigenen Verhandlungen über eine Abfindungssumme nahezu immer die schlechteren Karten hat. Der Arbeitnehmer muss auch folgendes beachten: Ist die dreiwöchige Kündigungsfrist nach Zugang des Kündigungsschreibens einmal verstrichen, hat der gekündigte Arbeitnehmer praktisch keine Chance mehr, eine Abfindung zu erhalten.

Nach Zugang einer fristlosen, betriebsbedingten, verhaltensbedingten oder personenbedingten Kündigung muss der Arbeitnehmer innerhalb von drei Wochen Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht erheben.