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Änderungskündigung

Bei einer Änderungskündigung sind folgende Besonderheiten unbedingt zu beachten.

  • Die Änderungskündigung besteht aus einem so genannten Änderungsangebot, in dem die zukünftigen – geänderten – Arbeitsbedingungen aufgeführt sind und der Kündigung des Arbeitsverhältnisses für den Fall, dass der Arbeitnehmer mit den Änderungen seines Arbeitsverhältnisses nicht einverstanden ist. Der Arbeitnehmer kann im Regelfall aus den wie folgt beschriebenen Handlungsmöglichkeiten auswählen:
  • 1. Der Arbeitnehmer kann den geforderten Änderungen zustimmen. Damit ändert sich der Inhalt des Arbeitsverhältnisses. Das Arbeitsverhältnis besteht ungekündigt – meist zu ungünstigeren Bedingungen – fort.
  • 2. Der Arbeitnehmer nimmt die Änderungen nur unter Vorbehalt an und erhebt eine so genannte Änderungsschutzklage gegen die Änderungskündigung beim Arbeitsgericht. Ganz wichtig: Diese Änderungsschutzklage muss innerhalb einer Frist von drei Wochen nach Zugang der Änderungskündigung eingereicht werden. Ganz wichtig auch: Den Vorbehalt muss der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber ebenfalls innerhalb dieser Drei-Wochen-Frist erklären. Sollte der Arbeitnehmer den Prozess vor dem Arbeitsgericht gewinnen, besteht das Arbeitsverhältnis fort, ohne dass es zu einer Änderung oder Beendigung des Arbeitsverhältnisses kommt. Sollte der Arbeitnehmer die Änderungsklage verlieren, behält er seinem Arbeitsplatz – jedoch zu meist schlechteren Arbeitsbedingungen.
  • 3. Theoretisch denkbar ist es auch, dass der Arbeitnehmer nur eine Änderungsschutzklage erhebt und sich zu einem Vorbehalt bezüglich der Änderung der Arbeitsverhältnisse gegenüber dem Arbeitgeber nicht äußert, also keinen Änderungsvorbehalt erklärt. Wenn der Arbeitnehmer also nur Änderungsschutzklage erhebt und diese verliert, ist er gekündigt und verliert seinen Arbeitsplatz. Wenn er die Änderungsklage jedoch gewinnt, wird sein Arbeitsverhältnis zu den ursprünglichen Bedingungen fortgeführt.

Der Rat des Fachanwalts zur Änderungskündigung: Die zweite Variante, also die Änderungskündigung unter Vorbehalt anzunehmen und gleichzeitig Änderungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht zu erheben, ist regelmäßig die für Arbeitnehmer vorteilhafteste Variante. Ganz wichtig ist es, die Änderung unter Vorbehalt selbst dann innerhalb der Dreiwochenfrist anzunehmen, wenn der Arbeitgeber keine Frist zur Annahme gesetzt hat.

 

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