Fachanwalt für Arbeitsrecht in Essen - AufhebungsvertragEssen

Aufhebungsvertrag

Vor dem Abschluss eines Aufhebungsvertrages kann ich nur warnen! Viele Arbeitnehmer werden mit einem Aufhebungsvertrag regelrecht ausgetrickst. Nur in seltenen Ausnahmefällen ist es möglich, die Folgen eines einmal abgeschlossenen Aufhebungsvertrages ungeschehen zu machen. Anders als bei einer Kündigungsschutzklage sind die Chancen eines Arbeitnehmers, die Wirksamkeit eines Aufhebungsvertrages vor dem Arbeitsgericht anzugreifen, sehr gering.

Ein Aufhebungsvertrag kann wegen Täuschung bzw. Drohung angefochten werden, wenn der Arbeitgeber damit droht, den Arbeitnehmer zu entlassen, wenn dieser sich weigert, den Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen. Obwohl dies in der Praxis leider oft der Fall ist, gelingt es dem Arbeitnehmer nur in sehr seltenen Fällen, dagegen erfolgreich vor Gericht vorzugehen. Der Nachweis einer Täuschung oder Drohung gelingt vor Gericht regelmäßig nur dann, wenn Zeugen im Sinne des Arbeitnehmers aussagen. Da dies selten der Fall ist, bleibt der Arbeitnehmer häufig an die für ihn nachteiligen Folgen des Aufhebungsvertrages gebunden.

Als Arbeitnehmer sollten Sie besser so vorgehen: Bleiben Sie standhaft und unterschreiben Sie den Aufhebungsvertrag nicht. Lassen Sie sich lieber kündigen und gehen Sie dann gegen diese Kündigung mit einer Kündigungsschutzklage vor. Kassieren Sie am Schluss eine satte Abfindung. Das hat nicht nur finanzielle Vorteile: Sie haben gezeigt, dass Sie sich nicht unterkriegen lassen.

Als Fachanwalt für Arbeitsrecht rate ich zu folgender Vorgehensweise, wenn Ihnen ein Aufhebungsvertrag vorgehalten wird:

  • Unterschreiben Sie einen Aufhebungsvertrag nicht, bevor dessen Inhalt nicht ein Spezialist geprüft hat.
  • Lassen Sie sich eine Kopie des Aufhebungsvertrages aushändigen und bitten Sie um Bedenkzeit.
  • Gehen Sie mit dem Vertrag zu einem Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht und lassen Sie sich beraten. Suchen Sie den Spezialisten sofort nach der Arbeit oder spätestens am nächsten Tag auf.
  • Mit fachlichem Rat im Rücken können Sie das Angebot ruhigen Gewissens ablehnen, annehmen oder um eine höhere Abfindungssumme verhandeln.

Vor allem: Lassen Sie sich nicht einschüchtern! Wenn Sie besorgt sind, dass Ihr guter Ruf unter einer Kündigung leiden könnte und wenn Ihr Arbeitgeber diese Sorge als Druckmittel ausnutzt, kann ich dazu nur sagen, dass Arbeitnehmer, nachdem sie die Stationen Kündigung, Kündigungsschutzklage und Zahlung einer Abfindung durchlaufen haben, dies keinesfalls als eine Schädigung ihres Rufs empfinden. Im Gegenteil: Die allermeisten Arbeitnehmer sind zufrieden über das Geleistete und darüber, dass sie dem alten Arbeitgeber die Stirn geboten haben - und übrigens die Abfindungssumme beträchtlich erhöht haben. Ihr Umfeld wird dies in aller Regel auch so wahrnehmen.

Nebenbei bemerkt: Sollte Ihr alter Arbeitgeber seine Drohung wahr machen und Sie fristlos kündigen, wenn Sie den Aufhebungsvertrag nicht abschließen, haben Sie kaum zu befürchten, dass dies in Ihrem Lebenslauf auftaucht. Denn: In einer nachfolgenden Kündigungsschutzklage können Sie darauf bestehen, dass Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber - neben der Zahlung einer hohen Abfindung - darauf einigen, dass das Arbeitsverhältnis betriebsbedingt aufgrund schlechter Wirtschaftslage sein Ende gefunden hat.

 

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