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Diebstahl des Arbeitnehmers – wann ist eine Kündigung wirksam?

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Ein Artikel von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

Bei Straftaten immer Kündigungsrisiko: Hat der Arbeitnehmer eine Straftat zum Nachteil des Arbeitgebers begangen, besteht immer das Risiko einer Kündigung, oftmals sogar ohne vorherige Abmahnung. Bei einem Diebstahl von geringwertigen Sachen kann das unter Umständen anders sein. Es kommt dabei immer maßgeblich darauf an, wie stark das Vertrauen des Arbeitgebers in den Arbeitnehmer erschüttert wurde.

Zusätzliches Vertrauen bei langjähriger Beschäftigung ohne Beanstandungen: Wer über Jahre beim Arbeitgeber tätig war, ohne dass es jemals zu Beanstandungen gekommen wäre, baut damit einen gewissen Vertrauensberg auf. Dann darf der Arbeitgeber im Fall einer zwar strafbaren Handlung, die aber eine relativ geringfügige Verfehlung darstellt, nicht direkt eine Kündigung aussprechen. Ein Beispiel: Das Landesarbeitsgericht Hamm hat die Kündigung eines Lageristen im Lebensmitteleinzelhandel für unwirksam gehalten, der eine Tafel Schokolade geklaut hatte, die wegen bevorstehender Überschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatums bereits ausgesondert und zur Abgabe für soziale Zwecke bestimmt war. Das Bundesarbeitsgericht hat dann die Revision des Arbeitgebers zurückgewiesen, also diese Ansicht bestätigt (Landesarbeitsgericht Hamm (Westfalen), Urteil vom 12. Mai 2011 – 8 Sa 1825/10 –, juris).

Grad des Vertrauensverlustes maßgeblich: Maßgeblich für die Frage der Wirksamkeit der Kündigung ist in solchen Fällen, inwiefern durch das Fehlverhalten des Arbeitnehmers das Vertrauen in die künftige Vertragstreue derartig erschüttert oder endgültig zerstört ist, dass eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses - nach der gesetzlichen Regelung für die Dauer der ordentlichen Kündigungsfrist und bei ordentlich nicht mehr kündbaren Arbeitnehmern für die Dauer der künftigen Vertragsbindung - als unzumutbar erscheint (Landesarbeitsgericht Hamm (Westfalen), Urteil vom 12. Mai 2011 – 8 Sa 1825/10 –, juris).

Bei Diebstahl immer erhebliches Kündigungsrisiko: Trotz möglicher Ausnahme ist in der Regel die fristlose Kündigung auch ohne vorherige Abmahnung wegen eines Diebstahlt gerechtfertigt. Das Risiko ist ganz besonders dann hoch, wenn der Arbeitnehmer erst seit relativ kurzer Zeit für den Arbeitgeber tätig war und somit auch noch kein erhebliches Vertrauen anhäufen konnte.

Fachanwaltstipp Arbeitnehmer: Im Fall einer Kündigung immer Kündigungsschutzklage innerhalb von drei Wochen beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen. Die Chancen, auf diesem Weg zumindest eine Abfindung zu erreichen, sind oftmals sehr gut, weil die Rechtsprechung in diesem Bereich in vielen Punkten noch offen bzw. ungeklärt ist.

Fachanwaltstipp Arbeitgeber: Denken Sie in solchen Fällen immer auch an die Möglichkeit einer Verdachtskündigung. Bei einer Verdachtskündigung müssen Sie den Diebstahl nicht vollständig beweisen. Erforderlich ist aber immer, dass Sie den Arbeitnehmer vor der Kündigung anhören. Hierbei müssen Sie ihm sämtliche Umstände, die sie für ihren Verdacht heranziehen, mitteilen und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme geben. Das geschieht am besten schriftlich.

Deutschlandweite Vertretung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in Kündigungsfällen: Wir vertreten Arbeitnehmer und Arbeitgeber deutschlandweit bei Kündigungen und Kündigungsschutzklagen und im Zusammenhang mit geplanten oder durchgeführten Freistellungen von der Erbringung der Arbeitsleistung. Rufen Sie Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck an und besprechen Sie zunächst telefonisch und unverbindlich die Erfolgsaussichten einer Kündigung oder einer Kündigungsschutzklage. Hierbei können Sie auch die Kosten bzw. das Kostenrisiko im Verhältnis zu der zu erwartenden Abfindung besprechen. Sie können sich von Fachanwalt Bredereck außerdem eine Strategie zur optimalen Verteidigung ihrer Rechtsposition skizzieren lassen.

Wer wir sind: Die Rechtsanwälte und Fachanwälte für Arbeitsrecht Volker Dineiger und Alexander Bredereck sind seit vielen Jahren schwerpunktmäßig im Bereich Kündigungsschutz tätig. Gemeinsam haben sie das Handbuch Arbeitsrecht der Stiftung Warentest verfasst. Auf dem YouTube-Kanal „Fernsehanwalt“ werden ständig aktuelle Rechtsprobleme aus dem Alltag vorgestellt und dazu praxisnahe Lösungen präsentiert.

9.11.2016

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Spezialseite Kündigungsschutzklage für Arbeitnehmer: Hier können Sie prüfen, welche Erfolgsaussichten einer Kündigungsschutzklage in Ihrem Fall bestehen und wie die Aussichten sind, mit einer Kündigungsschutzklage entweder den Bestand des Arbeitsverhältnisses zu sichern oder eine gute Abfindung zu erzielen. Sie finden Formulare für eine Kündigungsschutzklage mit Ausfüllhinweisen. Es folgt eine ausführliche Darstellung des Ablaufs des Kündigungsschutzverfahrens mit Praxistipps für das Verhalten vor dem Arbeitsgericht. Des Weiteren finden Sie ein Muster für einen Aufhebungsvergleich mit typischen Formulierungen und Hinweisen zum Ausfüllen. Sie können zudem auf Muster für Widersprüche gegen Sperrzeitanordnungen der Bundesagentur für Arbeit und Kostenbeispiele zugreifen. Das besondere Angebot: der Onlinecheck für Ihre Kündigung zum Preis von 50 € zuzüglich MwSt.

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