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Arbeitnehmer, die berufsmäßig mit Geld des Arbeitgebers umgehen, leben gefährlich

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Wer als Arbeitnehmer berufsmäßig mit dem Geld des Arbeitgebers umgehen muss, wie z.B. ein Mitarbeiter an der Kasse, lebt durchaus gefährlich. Ein Artikel von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen, zu den Risiken.

1. Risiko fristlose Kündigung


Vermögensdelikte zulasten des Arbeitgebers berechtigen den Arbeitgeber in der Regel zur fristlosen Kündigung des Arbeitnehmers. Handelt es sich um sehr geringfügige Beträge kann eine Kündigung bei langer Betriebszugehörigkeit und bislang beanstandungsfreier Tätigkeit ausnahmsweise unverhältnismäßig und damit unwirksam sein (BAG, Urteil vom 10. Juni 2010 – 2 AZR 541/09 –, BAGE 134, 349-367 – Emmely Entscheidung). Doch auf solche Ausnahmefälle können sich Arbeitnehmer in der Regel nicht verlassen. So hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg in einer jüngeren Entscheidung noch einmal klargestellt, dass der Diebstahl, bzw. die Unterschlagung von 50 € aus der Kasse des Arbeitgebers in der Regel eine fristlose Kündigung auch bei langer Beschäftigungszeit rechtfertigt. Das Gericht: Vom Arbeitnehmer zu Lasten des Arbeitgebers begangene Vermögensdelikte sind regelmäßig geeignet, eine außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund zu rechtfertigen. Ein Arbeitnehmer, der im Zusammenhang mit seiner Arbeitsleistung strafrechtlich relevante Handlungen gegen das Vermögen seines Arbeitgebers begeht, verletzt damit seine arbeitsvertragliche Rücksichtnahmepflicht schwerwiegend und missbraucht das in ihn gesetzte Vertrauen in erheblicher Weise (LArbG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 16. September 2010 – 25 Sa 1080/10 –, Rn. 40, juris).

Arbeitnehmer müssen entsprechende Vorwürfe also sehr ernst nehmen. Das gilt besonders dann, wenn sie bei ihrem Arbeitgeber ständig mit Bargeld zu tun haben.

2. Risiko Strafanzeige

Neben der Kündigung erfolgt in der Regel auch eine Strafanzeige. Dem Kündigungsschutzverfahren folgt dann häufig auch ein Strafverfahren. Entsprechend sollte man unbedingt darauf achten, dass bereits im Kündigungsschutzverfahren und einem dort abzuschließenden Vergleich geregelt wird, dass der Arbeitgeber etwaige Strafanzeigen zurücknimmt bzw. von vornherein auf diese verzichtet.

3. Risiko Sperrzeit

Neben der Kündigung droht dann auch noch eine Sperrzeit bei der Bundesagentur für Arbeit. Man bekommt dann für zwölf Wochen kein Arbeitslosengeld. Der Arbeitnehmer hat nämlich durch den Diebstahl die Kündigung selbst verursacht und da durch die Arbeitslosigkeit vorsätzlich herbeigeführt.

4. Risiko Arbeitszeugnis

Endet das Arbeitsverhältnis durch eine fristlose Kündigung wegen Diebstahls, muss der Arbeitnehmer außerdem noch damit rechnen, dass sein Zeugnis entsprechende Vermerke (zum Beispiel Geheimzeichen) enthält. Es ist daher sehr wichtig, im Rahmen eines Kündigungsschutzprozesses nicht nur die Abfindung, sondern auch den Inhalt des Zeugnisses mit zu klären.

5. Risiko Führungszeugnis

Verurteilungen werden unter Umständen in das Führungszeugnis aufgenommen. Will der Arbeitnehmer künftig im Rahmen einer Tätigkeit Umgang mit Geld haben, könnte dies seiner beruflichen Zukunft insoweit im Wege stehen. Im Strafverfahren muss daher unbedingt darauf geachtet werden, dass es nicht zu einer entsprechenden Verurteilung kommt.

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Die Fachanwälte für Arbeitsrecht Volker Dineiger und Alexander Bredereck sind die Autoren des Ratgebers „Arbeitsrecht“ der Stiftung Warentest.

20.1.2016

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