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Lufthansa Technik: drohende Lohnkürzungen und möglicher Stellenabbau – Hinweise für Arbeitnehmer

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Ein Artikel von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

Lufthansa Technik droht Mitarbeitern mit Stellenabbau.
In einer Pressemeldung vom 26.3.2016 berichtet Spiegel Online davon, dass die Konzernleitung von Lufthansa Technik den Arbeitnehmern damit drohe, über 2000 Stellen am Standort Hamburg abzubauen. Das betreffe Arbeitsplätze in den Bereichen Überholung sowie Instandsetzung von Triebwerken. Betriebsrat und Gewerkschaften sollen bis Ende März ihre Zustimmung zu massiven Sparmaßnahmen (z.B. Lohnkürzungen und veränderte Arbeitszeiten) geben, um einen Kahlschlag zu verhindern. Bei einer Zustimmung der Arbeitnehmervertretungen sollen möglicherweise sogar Stellen gestrichen werden.

Von freiwilligem Gehaltsverzicht ist abzuraten. Arbeitnehmer sollten in der Regel nicht freiwillig auf Arbeitsentgelt verzichten. Oftmals ist leider so, dass es später trotzdem zu Kündigungen kommt. Wer dann auf sein Gehalt verzichtet hat, hat dann auf längere Zeit wirtschaftliche Nachteile etwa im Hinblick auf die Höhe der Abfindung oder den Bezug von Arbeitslosengeld. Es kommt nämlich dabei maßgeblich auf die Höhe des zuletzt erzielten Arbeitsentgelts an.

Besser bei nichtmonetären Arbeitsbedingungen auf Verzicht einlassen. Kompromissbereite Arbeitnehmer tun gut daran, sich auf einen Verzicht lieber bei Arbeitsbedingungen einzulassen, die nicht monetärer Natur sind. Kurz gesagt bei allem, was nicht Geld ist. Denn in diesem Fall kann man die oben beschriebenen Nachteile vermeiden. Doch auch hier sollten Mitarbeiter sich genau überlegen, ob die schlechteren Arbeitsbedingungen letztendlich wirklich dazu führen, dass die Firma ihre Schwierigkeiten überwindet. Andernfalls war der Verzicht zwar umsonst, hat allerdings keine weiterführenden Nachteile.

Keine Unterschrift vor rechtlicher Beratung. Manchmal üben Arbeitgeber oder Vorgesetzte erheblichen Druck aus, um Mitarbeiter zu einer Unterschrift unter eine Aufhebungsvereinbarung oder einer Änderung des Arbeitsvertrages zu bewegen. Lassen Sie sich immer vorher beraten. Wenn die Vereinbarung erst unterschrieben ist, ist sie regelmäßig auch wirksam und man kann nichts mehr dagegen unternehmen.

Übt der Arbeitgeber Druck aus? Fragen Sie sich in solch einem Fall, warum der Arbeitgeber Druck ausübt? Weil er Ihnen etwas Gutes will? Nach meiner Erfahrung ist das meistens nicht die Motivation. In der Regel wollen die Arbeitgeber Geld sparen, haben also ihre eigenen Vorteile im Blick. Das müssen sie auch. Arbeitgeber müssen wirtschaftlich denken.

Sozialversicherungsrechtliche Nachteile beachten. Arbeitgeber greifen häufig bereits im Vorfeld von Umstrukturierungsmaßnahmen zum Versuch, Arbeitnehmer mit Teils großzügigen Abfindungszahlungen dazu zu bewegen, das Arbeitsverhältnis einvernehmlich zu beenden. Wer sich darauf einlässt, kann später in verschiedener Hinsicht Nachteile erleiden. Solche Nachteile können sich im Bereich der Höhe der Abfindung abspielen, es können aber auch finanzielle Nachteile beim Bezug von Arbeitslosengeld sein. Insbesondere wenn die Aufhebungsvereinbarung außergerichtlich geschlossen wird, drohen Sperrzeit und, falls die Kündigungsfrist nicht eingehalten werden, sogar ein Ruhen des Arbeitslosengeldanspruches. Solche Nachteile sind besonders deshalb ärgerlich, weil sie durch einfache Maßnahmen vermieden werden könnten. Insbesondere wenn Arbeitgeber Zeitdruck aufbauen, sollte man als Arbeitnehmer hellhörig werden. Ein ordentliches Angebot kann in Ruhe geprüft werden. Insofern verhält es sich nicht anders als beim klassischen Haustürgeschäft. Immer dann, wenn Eile und Zeitnot ins Spiel kommen, ist besondere Vorsicht geboten.

Wichtige Nebenansprüche nicht vergessen. Neben der Höhe der Abfindung sollten Arbeitnehmer bei den Verhandlungen auch wichtige weitere Ansprüche nicht aus dem Auge verlieren. Wie sieht es zum Beispiel mit Urlaubsansprüchen und deren Abgeltung aus? Was ist mit Überstundenvergütung, restlichem Arbeitsentgelt, Provisionen oder ähnlichem? Wie geht es mit dem Firmenwagen weiter? Gibt es Ansprüche auf eine Betriebsrente? Sehr wichtig ist auch das Arbeitszeugnis. Hier sollte man unbedingt den genauen Inhalt des Zeugnisses vorab klären. Vorteil: Ein gutes Zeugnis kostet den Arbeitgeber kein Geld. Er wird daher in der Regel im Wege der Vereinbarung kein Problem mit dem Zeugnis Inhalt haben. Kommt man als Arbeitnehmer nach Abschluss der Vereinbarung mit der Bitte um ein gutes Zeugnis, sind die Karten in der Regel schlecht. Vor Gericht ist regelmäßig maximal eine Note drei erfolgreich durchsetzbar.

Deutschlandweite Vertretung von Arbeitnehmern in Kündigungsfällen. Wir vertreten Arbeitnehmer deutschlandweit bei Kündigungsschutzklagen gegen ihren Arbeitgeber und erstreiten Abfindungen. Rufen Sie Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck unter 030/40004999 und besprechen Sie zunächst telefonisch und unverbindlich die Erfolgsaussichten einer Kündigungsschutzklage. Hierbei können Sie auch die Kosten, bzw. das Kostenrisiko im Verhältnis zu der zu erwartenden Abfindung besprechen.

6.4.2016

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