Fachanwalt Arbeitsrecht ++ Essen ++ Arbeitsrecht Rechtsanwalt Essen ++ Arbeitsrecht Anwalt Essen ++ Rechtsanwälte ++ Anwaltskanzlei Essen

Häufige Kurzzeiterkrankungen berechtigen auch bei unterschiedlichen Krankheiten zur krankheitsbedingten Kündigung

Fachanwalt Arbeitsrecht Essen

Zum Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG, Urteil vom 10. November 2005 – 2 AZR 44/05 –, juris) ein Kommentar von Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht Berlin und Essen.

Erkrankung des Arbeitnehmers als Kündigungsgrund?


Wenn das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet, braucht der Arbeitgeber einen gesetzlich zulässigen Grund, um kündigen zu können. Als ein solcher Kündigungsgrund kann die Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers wegen Erkrankung nur sehr eingeschränkt dienen. Gerechtfertigt kann die Kündigung aber dann sein, wenn der Arbeitnehmer immer wieder wegen kurzzeitiger Erkrankungen fehlt.

Um Grund für eine Kündigung zu geben, muss dabei immer eine sog. negative Gesundheitsprognose vorliegen. Das bedeutet, dass sich aus den Erkrankungen Rückschlüsse auf zukünftige Ausfälle des Arbeitnehmers ziehen lassen müssen. Bei kurzzeitigen Erkrankungen, die auf unterschiedliche Ursachen zurückgehen, könnte man annehmen, dass ein hinreichender Zusammenhang im Hinblick auf eine negative Zukunftsprognose nicht gegeben ist. Wer einmal wegen Erkältung, dann wegen Magenproblemen und schließlich wegen einer Verletzung am Finger krankgeschrieben ist, muss nicht zwingend in der Zukunft ebenfalls wieder erkranken.
Von entsprechenden Überlegungen hat sich das Bundesarbeitsgericht nun aber distanziert. Das Bundesarbeitsgericht nimmt in solchen Fällen an, dass es der Bildung einer negativen Prognose nicht entgegensteht, dass Fehlzeiten auf unterschiedlichen prognosefähigen Erkrankungen beruhen. Nach Meinung des Gerichts lässt sich dann von einer generellen Krankheitsanfälligkeit des Arbeitnehmers ausgehen, die für eine Kündigung bzw. die Prognoseentscheidung ausreicht.

Das Bundesarbeitsgericht: Solche verschiedenen Erkrankungen können den Schluss auf eine gewisse Krankheitsanfälligkeit des Arbeitnehmers zulassen und damit eine negative Prognose begründen (BAG, Urteil vom 10. November 2005 – 2 AZR 44/05 –, juris).

Fachanwaltstipp Arbeitgeber:

Wenn Sie einem Arbeitnehmer im Zusammenhang mit dessen Erkrankungen kündigen wollen, müssen Sie strikt die diesbezüglich sehr konkreten Vorgaben des Bundesarbeitsgerichts einhalten. Hierbei macht es grundsätzlich einen Unterschied, ob Sie wegen häufiger kurzzeitiger Erkrankungen oder wegen einer lang anhaltenden Erkrankung des Arbeitnehmers kündigen wollen. Die Voraussetzungen sind jeweils ganz unterschiedlich.

Fachanwaltstipp Arbeitnehmer:

Wenn Sie eine Kündigung bekommen, müssen Sie innerhalb von drei Wochen Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen. Ist die Frist versäumt, hat man seine Chance auf eine Abfindung vertan. Krankheitsbedingte Kündigungen sind für Arbeitgeber sehr schwer zu begründen. Hier lohnt eine Klage nahezu immer.

20.4.2015

Ein Beitrag von Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht Berlin und Essen.

Videos und weiterführende Informationen mit Praxistipps zu allen aktuellen Rechtsfragen finden Sie unter: www.fernsehanwalt.com

Spezialseite Kündigungsschutzklage für Arbeitnehmer:

Hier können Sie prüfen, welche Erfolgsaussichten einer Kündigungsschutzklage in Ihrem Fall bestehen und wie die Aussichten sind, mit einer Kündigungsschutzklage entweder den Bestand des Arbeitsverhältnisses zu sichern oder eine gute Abfindung zu erzielen. Sie finden Formulare für eine Kündigungsschutzklage mit Ausfüllhinweisen. Es folgt eine ausführliche Darstellung des Ablaufs des Kündigungsschutzverfahrens mit Praxistipps für das Verhalten vor dem Arbeitsgericht. Des Weiteren finden Sie ein Muster für einen Aufhebungsvergleich mit typischen Formulierungen und Hinweisen zum Ausfüllen. Sie können zudem auf Muster für Widersprüche gegen Sperrzeitanordnungen der Bundesagentur für Arbeit und Kostenbeispiele zugreifen. Das besondere Angebot: der Onlinecheck für Ihre Kündigung zum Preis von 50 € zuzüglich MWST.

Das alles hier: www.kuendigungsschutzklage-anwalt.de

Spezialseite Kündigung für Arbeitgeber:

Hier finden Sie umfassende Informationen über Ihre Möglichkeiten, einen Arbeitnehmer zu kündigen. Wann besteht Kündigungsschutz? Sie finden Musterkündigungen mit Ausfüllhinweise. Daneben gibt es umfassende Informationen zur Betriebsratsanhörung und ein Musterformular mit Ausfüllhinweisen. Wir stellen den Ablauf des Kündigungsschutzprozesses dar und geben Beispiele für einen gelungenen Vortrag im Verfahren zu den jeweiligen Kündigungsgründen. Des Weiteren können Sie auf ein Muster für einen Aufhebungsvergleich mit typischen Formulierungen und Hinweisen zum Ausfüllen zugreifen. Das besondere Angebot: der Onlinecheck für die von Ihnen vorbereitete Kündigung zum Preis von 250 € zuzüglich MWST.

Das alles hier: www.arbeitgeberanwalt-kuendigung.de