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Wie wird der Rechtsanwalt zum Fachanwalt?

Welche Voraussetzungen muss der Fachanwalt für Arbeitsrecht erfüllen? Ein Beitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck und Rechtsanwalt Dr. Attila Fodor, Essen

Der Fachanwalt muss die Rechtsmaterie des Arbeitsrechts umfassend durchdringen. Strukturell bedingt gehört das deutsche Arbeitsrecht zu dem komplexesten und am wenigsten übersichtlichen Rechtsmaterien in Deutschland. Um zu gewährleisten, dass der Anwalt sein Handwerk versteht, bedarf es eines spezialisierten Anwalts.

Der Hauptgrund dafür, dass das Arbeitsrecht eine nur für den Spezialisten verständliche Materie ist, liegt einerseits darin begründet, dass das deutsche Arbeitsrecht weder in einem einheitlichen Gesetzbuch geregelt ist, noch ein in sich stimmiges Paragrafenwerk im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) über das Arbeitsrecht existiert. Anders als das Mietrecht, Werkvertragsrecht oder das Kaufrecht gibt es nur einzelne – verstreute – Paragrafen zum Arbeitsrecht im wichtigsten deutschen Zivilgesetzbuch. Andererseits ist ein aktuelles Wissen im Arbeitsrecht ohne umfangreiche Kenntnis der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung schlicht nicht möglich. In wohl keinem anderen deutschen Rechtsgebiet ist die Rechtsprechung der Berufungsgerichte und des Revisionsgerichts für die Rechtspraxis so wichtig, wie im Arbeitsrecht. Das erste dürfte das letztere bedingen. Da das geschriebene Recht so wenig Halt für die Rechtspraxis gibt, müssen die Landesarbeitsgerichte und vor allem das Bundesarbeitsgericht für Rechtsklarheit sorgen. Wichtige Urteile finden Sie hier. Hinzu kommt der schon fast legendäre Tarifdschungel, in dem sich nur ein Experte auskennen kann.

Um dies alles zu beherrschen, muss der Fachanwalt für Arbeitsrecht einen anspruchsvollen Intensivkurs absolvieren, der mindestens 120 Zeitstunden Wissensvermittlung umfasst. Der Intensivkurs wird durch eine Reihe von hochspezialisierten Fachklausuren abgeschlossen, die der Kandidat allesamt erfolgreich bestehen muss. Der Fachanwalt für Arbeitsrecht muss nicht nur die theoretische Seite beherrschen, er muss auch nachweisen, dass er ein angemessenes Niveau praktischer Erfahrung vorweisen kann. Nach der Fachanwaltsverordnung (FAO) darf ein Rechtsanwalt nur dann Fachanwalt für Arbeitsrecht werden, wenn er die Bearbeitung von mindestens 100 Fällen im Arbeitsrecht in den vergangenen drei Berufsjahren nachweisen kann.

Der Fachanwalt für Arbeitsrecht muss bereits seit mindestens drei Jahren als Rechtsanwalt zugelassen sein.

Eine weitere Voraussetzung für den Fachanwaltstitel ist, dass der Fachanwalt für Arbeitsrecht jährlich eine bestimmte Anzahl von Fortbildungskursen absolvieren muss.

Zusammengefasst sind folgende Gründe für die praktische Bedeutung des Fachanwaltstitels für Arbeitsrecht ausschlaggebend:

  • Verstreute Rechtsnormen

  • Hohe Bedeutung des Richterrechts

  • Tarifdschungel

  • Anspruchsvolle Verhandlungssituation, um eine Abfindung zu erstreiten.

Der Fachanwaltstitel für Arbeitsrecht ist nicht ohne Grund einer der ersten, der von den Anwaltskammern eingerichtet wurde.

Ein Beitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck und Rechtsanwalt Dr. Attila Fodor, Essen

 

Fachanwaltsordnung (FAO)

Die Voraussetzungen, unter denen ein Rechtsanwalt zum Fachanwalt für Arbeitsrecht werden kann, sind in der Fachanwaltsordnung (FAO) geregelt. Eine pdf-Datei kann durch Sie heruntergeladen werden auf unserer Seite Downloads.