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Fachanwalt: Klage auf Berichtigung des Arbeitszeugnisses

Arbeitsrechtler Alexander Bredereck, Essen:

  • Häufig ist auch das Arbeitszeugnis Bestandteil einer Klage, wenn es nicht den Vorstellungen des Arbeitnehmers entspricht, so dass er durch den Arbeitgeber Berichtigung verlangen kann.
  • Ist dies Bestandteil des Klageantrages, muss der Arbeitnehmer darin klären, ob er ein einfaches oder ein qualifiziertes Zeugnis erteilt haben möchte.


Eine Ausstellung eines neuen Zeugnisses kann der Arbeitnehmer verlangen, wenn es:
•    falsche Tatsachen,
•    falsche Beurteilungen oder
•    formelle Fehler enthält.

  • Dieser Anspruch kann auch vor dem Arbeitsgericht geltend gemacht werden. Die Gerichte sind befugt, das Zeugnis zu überprüfen und, wenn nötig, neu zu formulieren.
  • Der Anspruch kann jedoch auch erlöschen, wenn längere Zeit (im Einzelfall bis zu 1-3 Jahren) kein Gebrauch vom Anspruch auf Berichtigung des Arbeitszeugnisses gemacht wurde.
  • Soll ein sehr gutes oder gutes Arbeitszeugnis erstritten werden, muss der Arbeitnehmer die Beweislast dafür auf sich nehmen – sie liegt nur bei ihm. Nur wenn ein Zeugnis unter dem Durchschnitt liegt, muss der Arbeitgeber seine Bewertung beweisen und darlegen.
  • Durch die Lage der Beweislast hat es der Arbeitnehmer in dieser Art von Prozessen nicht leicht – er sollte sich jedoch auch nicht davon abschrecken lassen, zumindest nicht, wenn er eine Rechtsschutzversicherung hat. In den meisten Fällen sind diese Prozesse für den Arbeitgeber sinnlos, da sie unnötig Nerven und Geld kosten. Das steigert selbstverständlich die Vergleichsbereitschaft.
  • Im Falle einer Verurteilung des Arbeitgebers muss dieser das Zeugnis entsprechend neu verfassen. Dabei darf er nicht auf das Urteil des Arbeitsgerichtes verweisen, da dies von einem neuen Arbeitgeber negativ aufgefasst werden kann.