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Praktiker ist Pleite - Baumerktkette beantragt Insolvenzverfahren

Insolvenzantrag – Baumarktkette Praktiker ist pleite. Was für Folgen hat das für die Mitarbeiter? Ein Beitrag von Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht Berlin

Am 11.07.2013 hat die Praktiker Aktiengesellschaft ein Insolvenzverfahren beantragt. Welche Konsequenzen dies für die Aktionäre hat wird in den Medien stark diskutiert. Eine weitere entscheidende Frage ist aber auch: Was bedeutet die Praktiker-Pleite für die Mitarbeiter.

Insgesamt 20.000 Arbeitnehmer bangen nun um ihren Arbeitsplatz. Grundsätzlich gilt aber auch im Insolvenzverfahren der Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz. Dies wird häufig anders angenommen. Das Beschäftigungsverhältnis zwischen Praktiker als Arbeitgeber und dem Mitarbeiter als Arbeitnehmer läuft weiter und endet nicht mit der Insolvenz.

Der Insolvenzverwalter kann natürlich Kündigungen aussprechen. Dabei ist folgendes zu beachten: Er ist berechtigt eine ordentliche Kündigung des Anstellungsverhältnisses auszusprechen. Dabei herrschte eine Frist von 3 Monaten zum Monatsende. (§ 113 InsO). Die. Kündigungsfristen aus Gesetz, Tarif- oder Arbeitsvertrag gelten in diesem Fall dann nicht mehr.

Zu beachten ist aber, dass auch der Insolvenzverwalter einen Kündigungsgrund benötigt.

Ein, die für eine betriebsbedingte Kündigung des Arbeitnehmers notwendiger, Kündigungsgrund liegt regelmäßig vor, wenn der Insolvenzverwalter den Betrieb komplett schließen will.

Soll das Unternehmen, in diesem Fall die Praktiker AG, verkauft werden können grundsätzlich nur die Arbeitnehmer gekündigt werde, die für die Weiterführung nach dem Verkauf nicht mehr benötigt werden. Dies gilt auch, wenn der Betrieb saniert werden soll und somit nur eingeschränkt weitergeführt wird.

Wichtig: Die Grundsätze der Sozialauswahl müssen auch bei Kündigungen durch den Insolvenzverwalter berücksichtigt werden.
 
Fachanwaltstipp Arbeitnehmer:

Eine Kündigungsschutzklage kann sich auch bei einer Kündigung durch den Insolvenzverwalter lohnen. Besonders dann, wenn diese durch eine Rechtsschutzversicherung abgedeckt ist. Zumindest wenn der Betrieb weitergeführt werden soll ist eine Kündigung durch den Insolvenzverwalter nicht ohne weiteres möglich. Streng zu beachten ist dabei jedoch die 3-Wochen-Frist für die Erhebung der Kündigungsschutzklage. Für die Praktiker-Pleite bedeutet dies, dass bei Weiterführung des Betriebs eine Kündigungsschutzklage unbedingt sinnvoll ist.


Berlin, den 11.7.2013