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Fachanwalt für Arbeitsrecht mit Hinweisen für Arbeitnehmer der Deutschen Bank – Veränderungen und Stellenabbau geplant

Fachanwalt Arbeitsrecht Essen

Ein Kommentar von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

John Cryan, Co-Vorsitzender des Vorstands erklärte einer Pressemeldung der deutschen Bank zufolge, dass die jüngsten Pläne auch die Schließung einiger Filialen, die Beendigung der Präsenz einigen Ländern und einen Abbau einiger Arbeitsplätze bedeuten würde.  In der Pressemeldung heißt es dann weiter, dass ein Abbau von rund 9.000 Arbeitsplätzen (in Vollzeitkräfte umgerechnet) sowie 6.000 Stellen bei externen Dienstleistern in der Infrastrukturfunktion Global Technology & Operations geplant sei. Was bedeutet dies für die Mitarbeiter?

Für die kommenden Monate gibt es eine Grundsätze, die von Arbeitnehmer der Deutschen Bank gekannt und berücksichtigt werden sollten.

Vorsicht bereits, wenn Arbeitgeber Arbeitsbedingungen ändern will:

Auch wenn eine Kündigung noch gar kein Thema ist, sollten Arbeitnehmer unter Umständen bereits dann, wenn der Arbeitgeber ihre Arbeitsbedingungen ändern möchte, zu entsprechenden Gegenmaßnahmen greifen.

Hintergrund ist folgender: Ich beobachte in der Praxis immer wieder, dass Arbeitgeber im Zuge von Unternehmensumbauten ganze Abteilungen schaffen, für die sie eigentlich gar keine Verwendung vorsehen. In diesen Abteilungen werden dann vor allem die Mitarbeiter „geparkt“, für die es nach den Planungen des Unternehmens künftig keine Verwendungen mehr gibt. Daher gilt für Arbeitnehmer äußerste Vorsicht, wenn für sie eine Versetzung im Raum steht oder ihnen neue Aufgaben zugewiesen werden.

Arbeitnehmer haben nämlich das Problem, dass sie sich gegen eine spätere betriebsbedingte Kündigung des Arbeitgebers bei der Schließung der gesamten Abteilung nur noch sehr eingeschränkt wehren können. Arbeitgeber haben es dann bei der Durchsetzung deutlich einfacher. Folglich sollten betroffene Arbeitnehmer sollten genau prüfen, ob sie sich auf solche Änderungsangebote des Arbeitgebers einlassen.

Verschlechterte Arbeitsbedingungen per Weisungsrecht mit einer Feststellungsklage vor dem Arbeitsgericht angreifen

Wenn Arbeitnehmer mit neuen Arbeitsbedingungen nicht einverstanden sind, besteht die Möglichkeit, diese zunächst unter Vorbehalt zu akzeptieren, aber gleichzeitig eine entsprechende Feststellungsklage vor dem Arbeitsgericht einzureichen. Dort wird begehrt, festzustellen, dass eine bestimmte Weisung des Arbeitgebers unwirksam ist.

Kündigungsschutzklage auch bei Sozialplan

Ob und in welchem Umfang die Deutsche Bank Kündigungen aussprechen wird, ist derzeit noch nicht klar.

Arbeitnehmer, die eine Kündigung erhalten haben, müssen diese innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung vor dem Arbeitsgericht angreifen. Richtige Klage ist die Kündigungsschutzklage, also eine Klage auf Feststellung, dass das Arbeitsverhältnis durch die Kündigung nicht wirksam beendet wurde. Wird diese Frist versäumt, ist gegen die Kündigung in der Regel wirksam nichts mehr zu unternehmen.

Aufhebungsvereinbarungen vor Unterzeichnung genau prüfen lassen

In den meisten Fällen werden den betroffenen Mitarbeitern sicher großzügiger Aufhebungsvereinbarungen angeboten. Auch diese sollte vor Unterzeichnung unbedingt auf sämtliche Folgen hin geprüft werden. Außergerichtliche Aufhebungsvereinbarungen haben häufig eine Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld zur Folge. Wird die Kündigungsfrist nicht eingehalten, droht außerdem einer Anrechnung der Abfindung auf das Arbeitslosengeld.

Fazit für die betroffenen Arbeitnehmer der Deutschen Bank

Zum derzeitigen Zeitpunkt gilt es vor allem, Ruhe zu bewahren. Gehandelt werden muss jedenfalls in folgenden Situationen:
•    Sie erhalten eine Kündigung.
•    Sie erhalten eine Änderungskündigung.
•    Sie erhalten eine Weisung, künftig zu geänderten Arbeitsbedingungen zu arbeiten.
•    Sie erhalten einen Aufhebungsvertrag zur Unterschrift.

31.10.2015

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