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Wie viele Überstunden dürfen Arbeitgeber anordnen?

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Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen, und Maximilian Renger, wissenschaftlicher Mitarbeiter, mit einem Rechtstipp zum Thema Überstunden.

Anordnung von Überstunden:
Dass der Arbeitgeber Überstunden anordnen darf, ist zunächst einmal keine Selbstverständlichkeit. Es bedarf dafür grundsätzlich einer rechtlichen Grundlage im Arbeitsvertrag, einem anwendbaren Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung. Nur wenn dies der Fall ist, sind Arbeitnehmer überhaupt dazu verpflichtet, Überstunden zu leisten.

Umfang der Überstunden: Hinsichtlich des zulässigen Umfangs der angeordneten Überstunden ist die erste Anlaufquelle wiederum der Arbeits- oder Tarifvertrag bzw. die Betriebsvereinbarung. Dort finden sich allerdings häufig keine genauen Vorgaben, sondern allein Formulierungen wie „Überstunden in angemessenem Umfang“. Das hilft dann im konkreten Fall eher wenig weiter.

Begrenzung nach dem Arbeitszeitgesetz: Eine Obergrenze für die Überstundenanordnung ergibt sich jedoch aus dem Arbeitszeitgesetz. Demnach dürfen Arbeitnehmer nur maximal 48 Stunden pro Woche arbeiten. Hat also ein Arbeitnehmer eine 40-Stunden-Woche, bedeutet das grundsätzlich, dass ihm der Arbeitgeber auch nur maximal acht Überstunden auferlegen kann. Das gilt allerdings nicht ausnahmslos. Arbeitnehmer dürfen demnach auch z.B. 10 Stunden pro Tag arbeiten, wenn die überschüssigen Stunden innerhalb von sechs Monaten ausgeglichen werden. Für bestimmte Branchen können sich zudem auch aus Tarifverträgen wiederum spezielle Ausnahmen ergeben.

Besser keine Arbeitsverweigerung bei Zweifeln: Zweifelt der Arbeitnehmer daran, dass sich der Arbeitgeber mit seiner Überstundenanordnung im zulässigen Rahmen bewegt, sollte er die Überstunden im Zweifel trotzdem zunächst ableisten und ggf. anschließend überprüfen lassen (notfalls gerichtlich), dass diese unzulässig war. Bei der Berechnung können einem nämlich schnell Fehler unterlaufen. Das Arbeitszeitgesetzt sieht eine ganze >Reihe von Ausnahmeregelungen vor, die für Arbeitnehmer nur schwer zu überblicken sind. Auch hat nicht jeder eine ggf. einschlägige Regelung aus einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung auf dem Schirm. Wer unberechtigterweise die Arbeitsleistung verweigert, kann damit den Arbeitgeber zu einer Abmahnung und im Wiederholungsfall sogar zu einer Kündigung bewegen. Dieses Risiko sollte auf Arbeitnehmerseite möglichst vermieden werden.

Vertretung von Arbeitnehmern bei der Geltendmachung von Überstunden: Wir vertreten Arbeitnehmer deutschlandweit bei Geltendmachung von Vergütung für Überstunden gegen ihren Arbeitgeber außergerichtlich und gerichtlich. Das Thema ist heikel. Viele Klagen gehen allein wegen Missachtung der Darlegungs- und Beweislast verloren. Die Anforderungen des Bundesarbeitsgerichts hierzu sind sehr hoch. Rufen Sie Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck unter 030/40004999 an und besprechen Sie zunächst telefonisch und unverbindlich die Erfolgsaussichten einer Geltendmachung der Überstundenvergütung. Hierbei können Sie auch die Kosten bzw. das Kostenrisiko im Verhältnis zu dem zu erwartenden Erfolg klären. Wir haben einen Fragenkatalog entwickelt, mit dessen Hilfe eine präzise Abschätzung des Klagerisikos möglich ist.

18.9.2017

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